Es ist gerade einmal ein paar Wochen her, da hat Google sein soziales Netzwerk Google+ für immer vom Netz genommen. Nun hat der Suchmaschinenriese mit Shoelace (zu Deutsch: Schnürsenkel) einen weiteren Versuch gestartet, ein neues soziales Netzwerk zu etablieren. Die Plattform präsentiert sich als Mix aus Social Network und realem Leben.

Eine Mischung aus Facebook und Tinder?

Menschen mit gleichen oder ähnlichen Interessen sollen mithilfe des Netzwerks zusammengebracht werden. Und zwar nicht im Netz, sondern für persönliche Treffen. Basierend auf den gemeinsamen Interessen der User connecten sich die Menschen miteinander. Sie chatten und vereinbaren Aktivitäten. Bei Shoelace geht es also nicht darum, Freundschaften im virtuellen Leben zu schließen oder Follower zu gewinnen, sondern persönliche Kontakte mit ähnlichen Interessen zu knüpfen.

Klingt alles irgendwie ein bisschen wie eine Datingapp à la Tinder. Doch hinter Shoelace steckt mehr als nur das Äußere. Nutzer geben ihre Aktivitäten und Interessen an und können anhand dieser von anderen Usern gefunden werden. So kann das einsame Gassigehen mit dem Hund der Vergangenheit angehören. Denn auf Shoelace finden sich genug andere Hundeliebhaber, die einen gerne begleiten. Bei der Suche werden den Usern vor allem Personen in unmittelbarer Nähe angezeigt. Das Netzwerk arbeitet mit einem lokalen Filter, der Personen in direkter Umgebung vorschlägt. Zudem gibt es bei Shoelace Kontaktmöglichkeiten, Profile und digitale Events. Besonders letzte Funktion erinnert stark an Facebook‘s Veranstaltungskalender.

Was bietet das Netzwerk aus Marketingsicht?

Shoelace orientiert sich, anders als Instagram & Co., vor allem an dem Aspekt, echte Leute mit ähnlichen oder gleichen Interessen zueinander zu bringen. Wir haben uns mit der neuen App enger auseinandergesetzt und geschaut, welche Marketingmöglichkeiten die Plattform bietet. Klar ist, dass Shoelace ein großes Potenzial hat. Es vereint bedeutsame Funktionen der bekannten Netzwerke Facebook und Tinder. Es gibt Gruppen, Events und einen Chat. Zudem besteht die Möglichkeit, über die Suchfunktion neue Leute für Aktivitäten in unmittelbarer Nähe zu kontaktieren. Deutlich stärker als der große Bruder Facebook, nutzt Shoelace die Interessen der User für sich. Falls Shoelace erfolgreich launcht, können Unternehmen und Agenturen anhand von den angegebenen Aktivitäten und Interessen der Nutzer einer sehr spezifischen Zielgruppe Werbeanzeigen ausspielen. Unklar ist jedoch, ob und wie die Werbung innerhalb der Shoelace-App auftauchen wird. Eine Möglichkeit könnte Messenger-Marketing sein. Denn tendenziell wird der Chat der Plattform eine entscheidende Rolle einnehmen.

Da wir die App noch nicht testen konnten, ist es schwer vorherzusagen, ob Shoelace in Zukunft eine wichtige Rolle im Social-Media-Marketing einnehmen wird und mit den starken Konkurrenten mithalten kann.

Shoelace bislang nur in den USA

Shoelace ist derzeit nur in New York verfügbar und wird nach Erfolg nach und nach in weiteren US-amerikanischen Städten ausgerollt. Die App beschränkt sich auf Android und iOS. Eine Browserversion gibt es (noch) nicht. Ein Google-Konto ist schon jetzt Voraussetzung und eine Integration mit Google Maps denkbar. Hinzu kommt, dass man zurzeit lediglich per Einladungscode Shoelace testen kann.